Über MARO

Ich schreibe unter dem Namen MARO. Mein Gesicht steht nicht auf dieser Seite — die
Arbeit soll für sich sprechen, nicht ich für sie. Was Sie über mich wissen
sollten, steht hier. Den Rest finden Sie in den Büchern und in dem, was ich Ihnen
schreibe, wenn Sie ein Protokoll bei mir bestellen.

Wie ich zur Physiognomie kam

Ich habe lange nach einer Sprache gesucht, mit der man Menschen verstehen kann.
Auf dieser Suche bin ich auf Werke aus sehr unterschiedlichen Zeiten und Kulturen
gestoßen — alte chinesische Lehren, europäische Schriften aus mehreren
Jahrhunderten, moderne Forschung. Was mich überrascht hat, war nicht, wie
verschieden diese Quellen sind, sondern wie viel sie einander bestätigen, sobald
man sie nebeneinanderlegt. Wenn man das Alte und das Neue zusammen betrachtet, ist
es bemerkenswert, wie viel sich über einen Menschen sagen lässt, ohne ein Wort
mit ihm gewechselt zu haben.

Der eigentliche Wendepunkt kam aber nicht über die Bücher. Er kam, als ich anfing,
mich selbst zu lesen. Vor dem Spiegelbild kann man sich nicht verstecken. Ich
habe gemerkt, dass es Dinge an mir gab, die ich nie zugegeben hätte — die aber in
meinem eigenen Gesicht standen, ruhig und ohne Drama, lesbar für jeden, der die
Sprache kennt. Von da an war für mich klar: Ohne diese Lesart kennt man sich
selbst nicht ganz. Sie ist kein Ersatz für Selbstreflexion, aber sie ist ein
Spiegel, den man nicht so leicht weglegen kann wie einen Gedanken.

Heute schreibe ich Protokolle, um Menschen auf der Reise zu sich selbst zu
begleiten. Ich glaube, die Welt wird ein besserer Ort, wenn jeder Mensch das
bekommt, wofür er angelegt ist — und wenn er den Mut findet, das auch anzunehmen.
Mehr will ich mit dieser Arbeit nicht. Aber auch nicht weniger.

Was Physiognomie für mich ist

Physiognomie ist für mich keine Esoterik und keine exakte Wissenschaft. Sie ist
eine Lesart — eine systematische, geduldige Art, ein Gesicht zu betrachten und
Hypothesen darüber zu formulieren, was darin angelegt sein könnte. Mehr nicht.
Aber auch nicht weniger.

Ich arbeite mit drei Grundannahmen:

Der barmherzige Blick. Ich sehe Menschen, ohne sie zu verurteilen. Ein Merkmal ist
ein Hinweis, kein Stempel. Wenn ich Härte in einem Kinn lese, dann beschreibe ich
diese Härte — ich verurteile sie nicht, und ich beschreibe auch, wozu sie gut
sein kann.

Das Sokrates-Prinzip. Anlage ist ein Startpunkt, nicht das Schicksal. Was die
Natur Ihnen mitgegeben hat, ist Material — was Sie daraus machen, ist Ihre Sache.
Kein Protokoll von mir wird Ihnen vorschreiben, wer Sie sein sollen.

Drei Zonen, ein Mensch. Stirn, Mitte, Kinn — Denken, Fühlen, Handeln. Kein Mensch
ist nur eines davon. Die spannenden Geschichten liegen dort, wo die drei Zonen
miteinander reden oder einander widersprechen.

Was Physiognomie nicht ist

Keine Diagnose. Ich erkenne keine Krankheiten in Ihrem Gesicht und behaupte das
auch nicht.

Keine Vorhersage. Ich sehe nicht, was Ihnen passieren wird. Ich beschreibe, was
angelegt scheint — und Anlage ist nicht Zukunft.

Kein Urteil. Ich werde nie schreiben, dass jemand „böse“ oder „minderwertig“ ist.
Wenn ich so etwas schreiben müsste, lehne ich die Anfrage ab.

Keine Phrenologie. Die Schädelvermessung des 19. Jahrhunderts war
Pseudowissenschaft im Dienst der Diskriminierung. Was ich tue, hat damit nichts zu
tun.

Die Bücher

Das, was Sie in einem Protokoll erhalten, ist die persönliche Anwendung dessen,
was ich in der Reihe „Menschen Lesen“ niedergeschrieben habe. Wenn Sie verstehen
möchten, wie ich lese, lesen Sie das Buch. Wenn Sie wissen möchten, was ich in
Ihnen lese, fragen Sie ein Protokoll an.